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Eine Entscheidungs­stütze für Ernährungs­fachkräfte: Der G-NCP

Posted on 28 Mai um 15:53 Uhr
Grafik neuer G-NCP

Was ist der G-NCP und was ist sein Ziel?

Nachdem 2003 der „Nutrition Care Process“ in den USA und 2006 der diätologische Prozess in Österreich eingeführt wurde, gab es erstmals Bestrebungen auch in Deutschland ein einheitlich nutzbares Prozessmodell zu entwickeln. 2015 wurde daraufhin der „German Nutrition Care Process“ als Modell in der Ernährungstherapie entwickelt. Ein Prozessmodell ist eine Abbildung des Verlaufes einer Therapie von Diagnosestellung bis Abschluss der Behandlung und des Weges wie Ernährungsfachkräfte Entscheidungen treffen. Den G-NCP gibt es auch in Form einer schematischen Darstellung zur einfachen und schnellen Übersicht.

Grundsätzlich dient er der Unterstützung von Ernährungstherapeutinnen und anderen Fachkräften bei Entscheidungen in der ernährungstherapeutischen Praxis. Ernährungsbezogene Probleme können mit der Hilfe des G-NCP gelöst werden. Wichtig dabei ist aber natürlich auch das eigenständige, vernunftorientierte Denken der Ernährungsfachkräfte um verantwortungsbewusste Entscheidungen zu treffen. Weiterhin dient er auch der Qualitätssicherung, der Etablierung einer einheitlichen Terminologie, der Professionalisierung der Berufsgruppe, sowie der Nachvollziehbarkeit für Menschen außerhalb des Berufes, wie Entscheidungen getroffen werden. Durch die ständige Reflexion der Ernährungsinterventionen entsteht ein Kreislauf aus immer wiederkehrendem Monitoring, Re-Assessment und Interventionsanpassung; sprich, die Therapie des Patienten folgt immer den aktuellsten, relevanten und individuellen Faktoren und wird bei Bedarf im Verlauf verändert.

Seit Jahren schon ist er allgegenwärtig in der Ausbildung und Beratungspraxis von Ernährungsfachkräften und wurde 2025 mit all dem gesammelten Feedback aus der Praxis überarbeitet.

Update G-NCP 2025 – Was hat sich verändert?

Grafik alter G-NCP
Alter German Nutrition Care Process

In der neuen Version des G-NCP wurden vor allem Terminologie und Darstellung überarbeitet. Zum Beispiel wurde auf den früheren gegenläufigen Pfeil verzichtet um die Übersichtlichkeit zu verbessern. Zusammen mit der veränderten Darstellung der Ellipse hin zum Kreis und die allgemein modernere Gestaltung, wurden aber auch inhaltliche Anpassungen vorgenommen. So wurde die Definition leicht angepasst: „Der G-NCP dient der systematischen Problemlösung und wird von Ernährungstherapeutinnen angewendet, um mittels kritischem Denken Entscheidungen treffen zu können, die es ermöglichen, ernährungsbezogene Probleme qualitätskontrolliert zu lösen und damit zu einer sicheren, effektiven und hochwertigen gesundheitlichen Versorgung beizutragen.“ (1) Hier wird jetzt im Vergleich zum alten Modell auch davon gesprochen, die gesundheitliche Versorgung mitzugestalten.

Wichtige Begrifflichkeiten, die verändert wurden sind unter anderem die „therapeutische Beziehung“ statt der „Beziehung zwischen Diätassistent und Nutzer“ oder auch, dass in der Prozessbeschreibung von Ernährungstherapeutinnen statt von Diätassistentinnen gesprochen wird. Das fällt wirklich positiv auf. Warum? Lies dir dazu doch mal unseren Artikel „Warum Diätassistentinnen nicht Diätassistentinnen heißen sollten“ durch. Außerdem schließt diese Bezeichnung endlich auch alle weiteren Fachkräfte wie Ökotrophologinnen oder Ernährungswissenschaftlerinnen mit ein.

Im Wesentlichen gibt es keine Änderung der 5 Prozessschritte: Ernährungsassessment, Ernährungsdiagnose, Planung der Intervention, Durchführung der Intervention und Evaluation. Nach diesem Schema funktioniert der G-NCP sehr gut und dieser Ablauf ist in der Praxis tief verwurzelt und etabliert.

Eine Ernährungsberatung beginnt immer mit dem Ernährungsassessment vor oder während des ersten Termins. Dabei lernt die Fachkraft die Patientin kennen und es werden alle relevanten Informationen erfragt. Von anthropometrischen über medizinische Daten bis hin zur Ernährung und Ernährungsverhalten. Dann wird, oft im Zusammenspiel mit Ärztinnen, eine Ernährungsdiagnose erstellt und die Therapie geplant. Wie viele Beratungseinheiten sollen vereinbart werden, was sollen Inhalte der Therapie sein, mit welchen Hilfsmitteln soll das Therapieziel erreicht werden und so weiter. Der Hauptteil der Beratung und Therapie besteht aus der Durchführung der Intervention. Das ist der praktische Abschnitt, bei dem die Patienten aktiv involviert sind. Durch die Evaluation wird dann festgestellt, ob die Therapieziele erreicht wurden und die Therapie weitergeführt und verändert werden soll oder sich sogar neue Ernährungsprobleme und daraus resultierende Ziele ergeben haben. So fängt der Prozess entweder wieder von vorne an oder schließt ab.

Der G-NCP bei Dakura

Mit dem G-NCP werden seit jeher messbare Daten generiert, die in Dakura direkt genutzt werden können und auch darüber hinaus wertvoll für die Beratung sind. Trotz umfangreicher Datenpunkte und Indikatoren werden therapeutische Entscheidungen natürlich immer von Ernährungstherapeutinnen und anderen Fachkräften getroffen. Das Fachwissen und die empirische Erfahrung einer Ernährungsfachkraft bilden gemeinsam mit den datengetriebenen Berechnungen von Dakura die optimalen Grundlagen für die Behandlung. Bei Dakura haben alle Fachkräfte die Freiheit, den G-NCP nach ihrem Ermessen anzuwenden und flexibel auf die Bedürfnisse der Patientinnen, dessen Persönlichkeit und Umfeld, sowie aktuellen Situation einzugehen. Denn letztlich zählen nicht nur harte Daten und Fakten sondern auch die Machbarkeit, die Compliance der Patientinnen und vielleicht kann man sagen, auch das Bauchgefühl.  

 

Quellen

(1): Buchholz D, Ohlrich-Hahn S (eds.): Der German-Nutrition Care Prozess – Theoretische Grundlagen und praktische Anwendung in Beruf, Ausbildung und Studium. Berlin, Heidelberg: Springer Spektrum 2025 (im Druck).

https://www.vdd.de/fuer-experten/german-nutrition-care-process/

Der German-Nutrition Care Prozess (G-NCP)

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